Bretagne-Architektur: Die Abtei von Landévennec
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Auch heute noch ist nachvollziehbar, dass diese Gegend dem Urvater der Abtei wie ein "herrliches, dem Sonnenaufgang zugewandtes Paradies erschien" und er 485 n.Chr. beschloss, sich hier niederzulassen und ein Kloster zu erbauen.
Der Überlieferung nach gründet der Heilige Saint-Guénolé am Ende des 5. Jahrhunderts (also in der ersten Phase der Einwanderungswelle christianisierter Kelten in die Bretagne; vgl. Kelten und Heilige) dieses Kloster in einem kleinen Tal an der Mündung der Aulne und schart dort einige Eremiten um sich. Ab dem 8. Jahrhundert befindet sich dieses Kloster bereits an der Stelle der heutigen Ruine. Die damaligen Mönche leben nach einem keltischen Regelwerk, welches im Jahre 818 durch das der Benidiktiner abgelöst wird. Zahlreiche Handschriften, die Vergrößerung der Kirche und anderer Gebäude zeugen von der Bedeutung der Abtei von Landévennec im 9. Jahrhundert. Im Jahre 913 plündern und brandschatzen die Wikinger die Abtei. Die Mönche verlassen den Ort, kehren aber nach der Rückeroberung zurück und bauen die Abteikirche wieder auf. Sie wird im 11. und 12. Jahrhundert zu einer großen romanischen Kirche ausgebaut, und im Laufe der nächsten Jahrhunderte gibt es in der Abtei einige weitere größere Bauperioden. Insgesamt besteht die Abtei über 13 Jahrhunderte, bis ihr kurz vor der französischen Revolution im Jahre 1781 ihr Titel aberkannt wird, und sie nach der Revolution im Jahre 1793 als Nationaleigentum verkauft wird und ihre Steine als Baumaterial Verwertung finden.
Bauaktivitäten aus den verschiedensten Jahrhunderten reichen sich
die Hand.
Und heute? 1950 kaufen Benidiktiner die Abtei zurück und errichten oberhalb der Ruine der alten Abtei eine neue. 1958 beginnen erste archäologische Ausgrabungen, die Mitte der 80er-Jahre wieder aufgenommen und fortgesetzt werden. Die Anlage wird restauriert, und das Museum von Landévennec entsteht - ein guter Zeitpunkt, da die Abtei ihr 1500-jähriges Bestehen feiern kann.
Kreuzgang, Refektorium, Abteikirche: Der Bauplan der Abtei ist sichtbar.
Heute kann man denn als Bretagne-Reisender in dieser bedeutenden Abteianlagen ganz tief in die Bretagne-Geschichte eintauchen und erfahren, wie auch scheinbar kolossale Bauwerke im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert, überlagert und erweitert werden.
Im Chor der Abteikirche, in dessen Bausubstanz Überreste aus der
karolingischen Zeit im 9. Jh. zu finden sind, ist die Grabstelle des Heiligen Saint-Guénolé
heute noch sichtbar.
Textgrundlage: Informationsmaterial der Abtei.
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