Bretagne-Tipp: Der bretonische Barde Théodore Botrel

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Théodore Botrel wurde im Jahre 1868 in Dinan in der Nord-Bretagne geboren. Zunächst zog ihn seine Großmutter in der Bretagne groß, bis er mit 7 Jahren zu seinen Eltern nach Paris kam. Mit ca. 17 Jahren schloss er sich einer Laienspielgruppe an und begann auch eigene Lieder zu schreiben. Als er 18 Jahre alt war, wurde sein Lied "Le petit biniou" gedruckt - ohne nennenswerten Erfolg. Nach 5 Jahren Militärdienst fand er bei einer Eisenbahngesellschaft Arbeit, spielte parallel dazu in einer kleinen Theater-Gruppe und schrieb weiterhin Lieder mit mäßigem Erfolg.

Bretagne-Tipp: Familie Botrel in Port-Blanc an der Bretagne-Nordküste.

"Lasst uns bleiben, lasst uns in der Heimat bleiben. Lasst uns Bretonen bleiben, meine Freunde! Théodore Botrel"

Mit 25 Jahren gelang ihm der Durchbruch, als er als Ersatz für einen nicht erschienenen Sänger in einem Lokal auf die Bühne gedrängt wurde und dort einige seiner Lieder sang, u.a. seine Paimpolaise über die Island-Fischer von Paimpol an der Bretagne-Nordküste. Dieses Lied wurde von vielen Sängern in ihr Repertoire aufgenommen und machte Botrel berühmt. Der Erfolg der Paimpolaise bewog Botrel möglicherweise auch, sich für die Bretagne als seine Geburtsheimat zu engagieren. Fortan widmete er sich intensiv und konsequent den verschiedensten Themen des Bretagne-Alltags der kleinen Leute und komponierte unzählige Lieder. Er wurde das Aushängeschild der Bretagne, der bretonische Barde schlechthin, in ganz Frankreich und darüber hinaus auch in Kanada und England sehr gefragt. Mehrere Plattenfirmen veröffentlichten seine Lieder (z.B. 1903 das Lied Les petits graviers über das leidvolle Schicksal von Fischer-Jungen an der Bretagne-Nordküste), und er brachte verschiedene Serien von Ansichtskarten heraus (man gebe in ebay.fr einmal das Stichwort "botrel" ein), auf denen er seine Sicht der Bretagne zeichnete.

Er selbst posierte auf ihnen in seinem Markenzeichen, der bretonischen Tracht, an ausgewählten Orten in der Bretagne, bisweilen auch mit Ehefrau und Hund. Oder er veröffentlichte auf den Bretagne-Ansichtskarten gestellte Szenen zu Textauszügen seiner Lieder oder Bilder mit markanten, vom Leben gezeichneten Fischern, Bauern, Handwerkern, alten Menschen der Bretagne, häufig handschriftlich durch patriotische Bemerkungen ergänzt. Théodore Botrel starb 1925 und wurde in Pont-Aven in der Bretagne begraben (Quellen: [1] und [2], vgl. zur damaligen Zeit auch die Geschichte der Bretagne).

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