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Bretagne-Tipp |
Der Mont-Saint-Michel am Tor zur Bretagne soll wieder eine Insel werden
Am 16. Juni 2006 startete Premierminister Dominique Villepin offiziell die Arbeiten an einem 6 Jahre dauernden Großprojekt. Lange Zeit ist ein riesiges Problem im Gespräch, und seit 10 Jahren beschäftigen sich von der französischen Regierung beauftragte Experten mit seiner Lösung: Die Bucht um den früher 4 km vor der Küste liegenden Klosterbergs verlandet. Die Gezeiten schwemmen immer mehr Sand in die Bucht, und von der anderen Seite her kommen die Salzweiden (ideal für die Aufzucht der begehrten "Salzlämmer") dem früher nur bei Ebbe zu Fuß oder mit dem Karren erreichbaren Wunder des Abendlandes so nahe, dass die Insel heutzutage nur noch bei sehr starken Gezeiten vollständig vom Wasser umgeben ist und der Klosterberg in einigen Jahren im Grünen stehen könnte.

Der Mont-Saint-Michel vor 100 Jahren.
Die menschlichen Eingriffe in das freie Spiel der Naturkräfte sind für die Versandung verantwortlich. Die Vergrößerung der Salzweiden-Flächen war durchaus geplant, aber mit dem Ausmaß der Landschaftsveränderung wurde nicht gerechnet. Mit aufwändigen Arbeiten werden die Fehler der Vergangenheit rückgängig gemacht und ihre Folgen beseitigt. Der Touristenstrom soll in dieser Zeit nicht wesentlich beeinträchtigt werden, und die Kapazitäten nach Beendigung des Projekts lassen dann sogar 5 Millionen Besucher pro Jahr zu.
Als erstes wird am Fluss Couesnon, der in die Bucht des Mont-Saint-Michel mündet, eine neue, hydraulische Schleuse gebaut. Diese soll 2008 fertiggestellt sein und eine geniale Regulierungsfunktion haben: Die bei Flut geschlossenen Tore verhindern wie ein Filter, dass Sand und andere Ablagerungen in die Flussmündung gelangen, und stauen dort gleichzeitig das Wasser. Die so aufgehaltenen Wassermassen spülen dann bei Ebbe durch die Bucht ins Meer und reißen dabei Ablagerungen mit sich - das Prinzip ist ja aus dem Badezimmer geläufig. Bereits 10 Jahre später sollen auf diese Weise 80 % der angesammelten Sedimente durch die natürliche Kraft des fließenden Wassers aus der Bucht hinaus getrieben sein.

Blick vom Mont-Saint-Michel auf den Damm und die Mündung des Couesnon.
Weiterhin ist geplant, den 1879 gebauten, den Mont-Saint-Michel mit dem Festland verbindenden Damm durch eine neue Brückenkonstruktion auf Pfeilern zu ersetzen. Der Damm trägt durch seine den Wasserfluss bremsende Wirkung in hauptsächlichem Maße zu der Versandung bei. Die Brücke hingegen lässt den Wasserströmungen freien Lauf. Gleichsam nebenbei fallen dann die nicht gerade anregenden Bus- und PKW-Parkplätze am Fuße des Mont-Saint-Michel weg. Sie werden mit größeren Kapazitäten auf das Festland verlagert.
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