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Bretagne-Tipp |
Grünalgen in der Bretagne: Wie groß ist die Gefahr?
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Wie hoch ist die Gefahr
einzuschätzen, die von den Grünalgen für Bretagne-Reisende ausgeht? Es gibt
in den letzten 22 Jahren sechs bekannte Fälle (Stand: 2011), die in Zusammenhang mit den
Grünalgen stehen. Das im Juli 2009 in Algen umgekommene Pferd und sein bewusstlos aufgefundener,
aber geretteter Reiter standen 2009 im Zentrum der Berichterstattung. Auf der Suche nach den
Todesursachen fand der damit betraute Tierarzt ein massives Lungenödem, das von der Einatmung
von Schwefelwasserstoff herrühren kann (vgl. hier). Dieselbe Todesursache wurde ein Jahr
davor bei zwei in einem Algenfeld verendeten Hunden diagnostiziert (vgl. hier). Vor 22 Jahren wurde ein Jogger an der
gleichen Stelle, an der 2009 das Pferd verendet war, tot aufgefunden, ohne dass sein Tod in
Zusammenhang mit den Grünalgen gestellt wurde, und vor 12 Jahren fiel hier ein mit der
Beseitigung der Grünalgen betrauter Arbeiter ins Koma. Der letzte 2009 bekannt gewordener
Fall ist der plötzliche Tod eines Lastwagenfahrers, der Algen abtransportierte. Ein "quasi
sicherer" Zusammenhang mit den Grünalgen wird gesehen, ist aber umstritten (Stand
6.3.2010 siehe hier). 2011 sorgte dann der Tod zahlreicher
Wildschweine für ein erneutes Medienspektakel, das die Bretagne-Urlauber erheblich verunsicherte
(vgl. z.B. Bretagne-Forum - Horrorquallen und Algenpest). Wer weiß, ob es insgesamt noch mehr
Fälle gibt, aber selbst geringere gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Grünalgen
müssten in den letzten 20 Jahren aufgefallen sein, wenn sie öfter aufgetreten wären.
Wenn man bedenkt, dass sich in diesen 20 Jahren eine riesige Anzahl von Touristen an der Küste
der Bretagne aufgehalten hat (und von keinem einzigen zu Schaden gekommenen Urlauber zu lesen
ist), so ist offensichtlich die Gefährdung durch Grünalgen für den einzelnen
Urlauber als verschwindend gering einzuschätzen. Es wäre interessant zu wissen, wie
hoch im Vergleich dazu die Wahrscheinlichkeit von anderen gesundheitlichen Gefährdungen
auf einer Urlaubsreise ist, beispielsweise durch Unfälle im Straßenverkehr.
Anders sieht es sicherlich für die mit der Reinigung der Strände betrauten Personen
in der Bretagne aus, die sich notwendigerweise dicht an größeren Mengen faulender
Grünalgen aufhalten.
Ein Urlauber muss sich keiner Gefahr aussetzen, wenn er um die potentiell gefährdenden Stellen weiß und diese meidet (siehe Bretagne Algen: Das Problem). Der Urlaub in der Bretagne wird durch die Algen nicht mehr beeinträchtigt als an vielen anderen Küsten. Zwar treten die Grünalgen an ein paar Stellen der Bretagne-Küste unverhältnismäßig stark auf, was dann als Algenplage oder Algenpest bezeichnet wird (vgl. Bretagne Algenplage), aber die Gemeinden leisten auch entsprechende Reinigungsarbeit. So wurden seit vielen Jahren durchschnittlich ca. 60.000 Tonnen Grünalgen pro Jahr von den Stränden der Bretagne abtransportiert, und die Anstrengungen wurden an manchen Orten in letzter Zeit noch erhöht.
Die Küsten-Gemeinden der Bretagne sind sich ihrer Verantwortung vollauf bewusst. An Stränden mit Grünalgen-Vorkommen konnte man bereits 2010 Informationstafeln vorfinden. Und 2009 hatte beispielsweise der Bürgermeister einer Bretagne-Kommune in unserer näheren Umgebung vorsorglich durch entsprechende Schilder das Betreten eines Küstenabschnitts von 200 m Länge untersagt, da sich hier Grünalgen vermehrt ansammelten und wegen der dort vorhandenen Felsen nicht entfernt werden konnten. Man bedenke aber, dass diese Gemeinde über einen Küstenabschnitt von 15 km Länge verfügt, also nahezu ihr ganzer Küstenabschnitt einschließlich der Strände als unbedenklich angesehen wird.
Die Erkärung der französischen Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet von 2011, dass kein Strand für die Öffentlichkeit freigegeben werden darf, der nicht alle 24 Stunden von Grünalgen gereinigt werden könnte, sorgt nun auch noch für einen klar definierten Sicherheits-Standard.
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