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Die bretonische Flagge

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Die bretonische Fahne ist allgegenwärtig in der Bretagne. Stolz zeigt hier eine keltische Nation Flagge. Nicht nur vor Rathäusern, bei Kundgebungen oder im Sport ist sie zu sehen. An Stadttoren lädt sie ein, in Häfen flattert sie, auf Festen und Festivals wird sie zur bretonischen Musik geschwenkt. Die bretonische Flagge grüßt den Bretagne-Reisenden im touristischen Alltag an allen Ecken und Enden, selbst Keksdosen oder Einkaufstüten wollen nicht auf sie verzichten.

Zwischen 1923 und 1925 nahm das "Gwenn ha Du" (bretonisch: Weiß und Schwarz, so nennen die Bretonen Ihre Fahne) Gestalt an. Ihr Schöpfer Morvan Marchal, ein bretonischer Nationalist, vereinte in ihr die keltischen Ursprünge der Bretagne-Kultur mit der ehemals herzöglichen Unabhängigkeit der Region (→ Bretagne Geschichte). Seitdem flattert sie im Atlantikwind, zunächst für bretonische nationalistische Zirkel. In den 70er Jahren von bretonischen Kulturzirkeln übernommen, wurde sie rasch in der gesamten Gesellschaft der Bretagne populär. Heute ist die bretonische Flagge das wichtigste identitätsstiftende Symbol der Bretagne.

Bedeutung

Offensichtlich orientiert sich die Kreation der bretonischen Flagge an den Stars and Stripes der USA, die 1776 ihre Unabhängigkeit von England deklariert hatten. Statt der Sterne sind es Hermelinschwänze, heute in der Regel 11 an der Zahl, die an die mittelalterlichen Wappen der bretonischen Herzöge anknüpfen. Erstmals tauchen sie im Jahre 1213 in einem bretonischen Wappen auf. Die Herzöge der Bretagne führen dann von 1316 bis 1514 ein Wappen einzig und allein mit Hermelinschwänzen auf weißem Grund, verbunden mit dem Wahlspruch "Potius mori quam foedari" (Lieber sterben als entehrt zu werden). Hinter diesem Motto verbirgt sich als Sinnbild der Bretagne das stolze und reine weiße Hermelin.

Die Streifen der bretonischen Fahne symbolisieren die alten Kulturlandschaften der Bretagne, die größtenteils mit den auf keltische Gründungsväter zurückgehenden Bistümern der Bretagne gleichzusetzen sind. Die vier weißen Streifen stehen für die Landstriche Trégor, Léon, Cornouaille und die Gegend um Vannes in der bretonisch sprechenden Niederbretagne, die fünf schwarzen Streifen für die Gegenden der Oberbretagne um Dol-de-Bretagne, Saint-Malo, Saint-Brieuc, Rennes und Nantes (→ Bretagne Städte).

Die Bretagne zeigt Flagge

Natürlich lässt die Bretagne keine Gelegenheit aus, sich eindrücklich ins rechte Licht zu setzen. Die bretonische Flagge spielt dabei eine große Rolle. Beispielsweise im Mai 2014, als im Frankreich-Stadion von Paris das Endspiel um den französischen Fußballpokal stattfand. Der neben der französischen Meisterschaft wichtigste nationale Fußballwettbewerb wurde mit Rennes gegen Guingamp zu einem rein bretonischen Finale. Klar: Ein Meer aus bretonischen Fahnen sollte diese Veranstaltung begleiten. Und für alle, die keine mitbringen konnten, hatte der Regionalrat der Bretagne eigens für dieses bretonische Fest 20.000 Gwenn ha Du bestellt. Außerdem wurde unmittelbar vor der französischen Nationalhymne die bretonische Nationalhymne Bro Gozh ma Zadoù (bretonisch: Das alte Land meiner Väter) gespielt. Beim letzten rein bretonischen Finale 5 Jahre zuvor hatte sie Alain Stivell intoniert, diesmal sang Nolwenn Leroy (→ Bretagne Musik) über das Land ihrer Väter. Gleich zwei bretonische Dudelsack-Ochester sorgten gemeinsam mit ihr für eine angemessen ergreifende Stimmung, bis dann nach der Marseillaise der keltische Druidenkessel zu brodeln begann.