König Artus, Merlin und die Ritter der Tafelrunde
Wahrscheilich wurde diese Sage mit den aus Britannien einwandernden christianisierten Kelten in die Bretagne importiert (vgl. Kelten und Heilige).
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"König Arthur (Artus) herrschte in seiner Burg Camelot und ließ sich von Merlin beraten. Ritter Lancelot und seine Schildgenossen [die Ritter der Tafelrunde] verkörperten die edelsten aller Tugenden, doch dem Ansturm des Bösen mussten sie alle letztlich weichen. Selbst Arthur mit seinem gewaltigen Schwert Escalibur erlitt schwerste Verletzungen und konnte nur durch das Eingreifen besorgter Feen auf die geheimnisumwitterte Insel Avalon hinüber gerettet werden. Aber eines herrlichen Tages, so verheißt die Sage, wird der durch "Weiberlist" gebannte Merlin seine keltische Goldharfe ergreifen und jene Melodie darauf spielen, die König Arthur und all die Helden aus der Erstarrung aufstören und derart ermuntern wird, dass sie sich zusammentun werden, um das keltische Reich erneut und gewaltiger als je zuvor wieder zu errichten" (Uwe Anhäuser, Bretagne, DuMont Köln 1994, S.44). |

Diese Sage ist mit konkreten Orten der Bretagne verbunden. So wird dem Wald von Paimpont (bei Pléland-le-Grand zwischen Rennes und Ploërmel) zugeschrieben, dass es sich um Merlins Zauberwald Brocéliande handelt, mit Merlins Grab, dem Tal ohne Wiederkehr der Fee Morgana und einem gläsernen Palast auf dem Grunde eines Sees, in welchem Viviane den jungen Lancelot erzog. Der Wald von Paimpont ist einer der wenigen Überreste des Argoat, eines Waldgebietes, welches früher das gesamte Landesinnere der Bretagne überzog.
In einem anderen traumhaft schönen Wald bei Huelgoat (siehe Bild oben) in der Nord-Bretagne südlich von Morlaix befinden sich die Überreste eines Keltenwalles, wo das Heerlager von König Artus gewesen sein soll, und die Fee Dahud soll morgens durch die Nebelschwaden schweben.
Im Britannien des 5. Jh.n.Chr. liegt der Ursprung dieser Sage. König Artus war ein keltischer Stammes- oder Heerführer, der das keltisch-christlich-römische Britannien gegen die einfallenden germanischen Stämme verteidigte (vgl. Geschichte der Bretagne - Kelten, Römer, Gallier). Im Mittelalter wurde diese Sage sehr populär und stark ausgeschmückt. War Merlin ursprünglich in einigen Versionen Seher und Berater, erhielt er immer mehr Eigenschaften eines keltischen Druiden. Und ihm wurde dann auch die Errichtung von Stonehenge zugeschrieben, eine bis in unsere Zeit andauernde irrtümliche Verbindung der Kelten mit der rund 1000 Jahre älteren Kultstätte (vgl. Ade, Willmy: Die Kelten, S. 169).
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