Bretagne-Tipp

In der Bretagne wird immer weniger Bretonisch gesprochen

Im Jahre 1999 erklärten in der Bretagne 12 % der erwachsenen Bretonen, dass sie das Bretonische verwenden, um sich z.B. mit Familienmitgliedern oder Freunden zu unterhalten. Gemäß der Veröffentlichung des Statistik-Instituts Insee (Institut national de la statistique et des études économiques) können in der Bretagne 257000 Erwachsene Bretonisch sprechen, wobei der Bevölkerungsanteil der "Brittophonen" in der Nieder-Bretagne (Finistère 20 %, Côtes d´Armor 15 %, Morbihan 11 %) deutlich höher ist als im Département Ille-et Vilaine (2 %). Auch in der Alters- und Berufsstruktur zeigen sich signifikante Tendenzen: Drei Viertel der Bretonisch Sprechenden sind älter als 50 Jahre, die Hälfte ist sogar älter als 65 Jahre. Dabei wird das Bretonische hauptsächlich von Landwirten (30 %), Handwerkern und Kaufleuten (15 %) und Arbeitern (14 %) gesprochen und nur von 8 % der leitenden Angestellten.

Hafenfest in Ploumanac´h an der Nordküste der Bretagne.
Bretonische Tracht

Während die Fremdsprachen, vor allem das von 112000 erwachsenen Bretonen gesprochene Englisch, immer weiter auf dem Vormarsch sind, wird das Bretonische immer weniger gelernt - zugunsten des Französischen. Eine Ursache dafür ist, dass lange Zeit die Schule das Bretonische unterdrückte (die bilingualen Schulen "Diwan" gibt es erst seit 1977) und das Bretonische durch das Französische ersetzt wurde. Somit war das Erlernen des Bretonischen auf den Familienbereich begrenzt. Unter den brittophonen Erwachsenen hat nur einer von acht das Bretonische nicht von seinen Eltern gelernt. In den 20er Jahren lernten 60 % der Kinder von ihren Eltern Bretonisch, in den 80er Jahren waren es nur noch 6 %. Während bei den 65-70 Jahre alten Bretonen weniger als die Hälfte allein Französisch und kein Bretonisch sprechen, sind es bei den 18-25 Jährigen über 90 % (Quelle: Octant Nr. 92 - Januar 2003). Zu dieser Entwicklung haben sicherlich auch die modernen Medien stark beigetragen.

Bretonische Sprache: Werbeplakat für bilinguale Grundschul-Klassen.

Aber die Förderung der Bretonischen Sprache ist heute auch sichtbar: Wie beispielsweise das Plakat oben zeigt, wirbt die öffentliche Grundschule aktuell (2008) für bilinguale Klassen, in welchen zusammen mit dem Französischen auch die Bretonische Sprache erlernt werden kann. Das Plakat ist konsequenterweise in beiden Sprachen abgefasst, und wirbt mit der Aussage "Bretonisch und Französisch, mit zwei Sprachen groß werden".

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Bretonisch und Französisch im Süd-Finistere
- ein facettenreicher Sprachkonflikt

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