Bretagne-Tipp: Inseln in der Nord-Bretagne - die "Sept Îles"
Neben der bekannten Bretagne-Insel Île de Bréhat bei Paimpol und der etwas kleineren Insel Île de Batz bei Roscoff lohnen sich in der Nord-Bretagne auch Ausflüge zur Île Callot bei Carantec (zwischen Morlaix und Roscoff) und zu den Sept Îles bei Perros Guirec. Während sich die Bretagne-Inseln Île de Bréhat und Île de Batz zu Tagesausflügen eignen, bei denen die Bootsfahrt relativ kurz ist (ca. eine viertel Stunde), man sich aber auf den Inseln Fahrräder ausleihen kann und neben dem Badevergnügen die Inseln zum Erkunden reizen (siehe einschlägige Reiseführer), ist die Île Callot nur bei Ebbe über eine ca. 500 m lange Meeresboden-Straße zu erreichen. Mit dem Auto erreicht man auf der Insel auch nur einen Parkplatz, und das Ziel kann dort eigentlich einzig ein herrlicher Spaziergang sein, vielleicht angereichert durch ein Picknick und ein erfrischendes Bad. Aber Vorsicht! Wer den Gezeiten-Kalender nicht berücksichtigt, riskiert die nächsten Stunden der Flut abwarten zu müssen, bevor er die Insel verlassen kann.
Bei einer Fahrt zu den Sept Îles steht das Erlebnis der Bootsfahrt im Vordergrund - und der unmittelbare Zugang zu einem einzigartigen Vogel-Reservat. Die ca. 2 Stunden dauernde Rund-Fahrt kann je nach Angebot auch durch einen zusätzlichen Insel-Aufenthalt auf der Île aux Moines verlängert werden, auf welcher ein Leuchtturm und die Mauern einer alten Festung zu besichtigen sind und die Reste eines alten Bauernhofes vom idealistischen Versuch zeugen, auf diesem kleinen Eiland eine Existenz zu gründen.

Ausgangspunkte für die Insel-Rundfahrt sind der Hafen von Ploumanac´h oder der "Plage
de Trestraou" (Foto) in Perros-Guirec.

Wendige Ausflugs-Boote stechen in See.

Nach einer kurzen Fahrt entlang der Rosa-Granit-Küste bis Ploumanac´h

geht es weiter hinaus aufs Meer - an der besagten Insel vorbei, die als einzige der Sept Iles
betreten werden darf.

Möwen werden die ständigen Begleiter der Boote: Hält man beispielsweise Weißbrot
in die Höhe, so können die Möwen dies im Flug aus der Hand fressen. Schaut man
sich die Schnäbel der großen Tiere genauer an, so kann man glauben, dass diese Fütterungsart
nicht ganz ungefährlich für die Finger sein soll. So ist man auf der sichereren Seite,
wenn man das Futter ins Wasser wirft. Auch ist das Möwen-Futter dann nicht ganz so trocken!

Verschiedenste Vogelarten leben auf kleinen, aus dem Meer ragenden Felsen.

Und schließlich wird der Höhepunkt der Ausflugs-Fahrt erreicht:


Eine riesige Kolonie von lebenslang in einer Einehe lebenden Basstölpeln, für welche die Île de Rouzic die einzige Brutstätte
in Frankreich darstellt - laut Hinweis-Tafel (siehe unten) sind es 16745 Paare.

Zur Fischjagd stürzen sie sich aus bis zu 40 m Höhe ins Meer, tauchen bis zu 15 m
tief unter und greifen ihre Beute - z.B. Makrelen oder Heringe - von unten an.

Pro Brutzeit legen die Weibchen nur ein einziges Ei. Das Küken wird 13-14 Wochen lang
von den Eltern gefüttert, bis es sich dann noch flugunfähig von den Klippen ins Meer
stürzen lässt. Erst nach 2-3 weiteren Wochen kann es sich dann in die Luft erheben.
Auf dem Rückweg begleiten wieder Möwen das Boot bis in den Hafen
- und beäugen alles, was sich an Bord abspielt.


Die ganze Artenvielfalt der Sept Îles auf einen Blick zusammengefasst, incl. der Größe
ihrer Populationen.
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