Bretagne Tipp: Volkssport Pétanque in der Nord-Bretagne

Die Nord-Bretagne ohne Boules spielende Bretonen? Boules, das Spiel mit den Kugeln, der Volkssport Nr. 1 der Franzosen, ist natürlich auch von der Nordküste der Bretagne nicht weg zu denken. Kein dörfliches Fest in der Nord-Bretagne, ohne dass damit ein Boules-Wettbewerb, ein "concours de boules", einhergeht. Dabei findet man in der Bretagne zwei Varianten des Kugel-Spiels: Das über ganz Frankreich verbreitete Pétanque und eine speziell in der Bretagne anzutreffende Boules-Art, das Boules Bretonnes. Letzteres wird mit Holzkugeln auf eigens dafür hergerichteten Bahnen gespielt, während man beim Pétanque Eisenkugeln verwendet und das Spielfeld keinen strengen Regeln unterworfen ist. Auch in der Wurftechnik unterscheiden sich diese beiden Boules-Spiele.

Da das Spielfeld recht beliebig ist, hat sich das Pétanque auch als Freizeit-Sportart durchgesetzt - nicht nur in der Bretagne. Es wird auf Plätzen, in Parks, auf ungepflasterten Wegen oder sogar am Strand gespielt - mit Freunden oder in der Familie. Nicht wenige Bretagne-Urlauber haben sich davon anstecken lassen, und so mancher setzt diese Freizeit-Sportart auch zu Hause fort, wo es immer mehr Boules-Vereine gibt.

Der Name des Spiels leitet sich von der Abwurfposition ab. Man muss die Kugeln mit geschlossenen Füßen abwerfen. Die Bezeichnung für "geschlossene Füße" heißt auf französisch "pieds tanqués" und auf provenzalisch "ped tanco". Diese beiden Wörter sind schon bald zu einem verschmolzen: Pétanque.

Spielregeln des Pétanque:

Pétanque spielen zwei Mannschaften aus je 1 Spieler (tête-à-tête), 2 Spielern (doublette) oder 3 Spielern (triplette) gegeneinander. Beim Tête-à-tête und der Doublette spielt jeder Spieler mit drei Kugeln (boules), bei der Triplette mit zwei Kugeln.
Es beginnt die Mannschaft, die zuletzt verloren hat, bzw. anfangs wird gelost.
Ein Spieler der beginnenden Mannschaft macht einen Kreis von ca. 35 bis 50 cm Durchmesser auf dem Boden und stellt sich mit beiden Füßen hinein. Von dort aus wirft er das Schweinchen (Cochonnet) in eine Entfernung von 6 bis 10 Metern. Der erste Spieler versucht nun, eine Kugel so dicht wie möglich an das Schweinchen zu werfen (zu "legen").
Nun versucht dies die andere Mannschaft. Wenn sie es schafft, eine ihrer Kugeln näher als die erste Mannschaft zu bringen, ist wieder die erste dran, usw. Jede Mannschaft muß immer solange spielen, bis sie eine Kugel besser als die gegnerische Mannschaft plaziert hat, oder alle ihre Kugeln geworfen sind.
Wenn eine Mannschaft keine Kugeln mehr hat, kann die andere noch versuchen, ihre restlichen Kugeln so gut wie möglich zu plazieren.
Wenn alle Kugeln gespielt sind, erhält die bessere Mannschaft so viele Punkte, wie von ihren Kugeln besser plaziert sind als die beste Kugel der gegnerischen Mannschaft. Damit ist eine "Aufnahme" beendet.
Jetzt beginnt die Mannschaft, die die letzte Aufnahme gewonnen hat. Die Mannschaft, die als erste 13 Punkte erreicht, ist Gewinner der Partie.

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