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Die Abbaye de Beauport

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Die in der Bretagne nahe der Hafenstadt Paimpol gelegene alte Abtei "Abbaye de Beauport" ist eines der bedeutendesten Bauwerke kirchlicher Architektur in der Bretagne. Sie wurde vom Premontaner-Orden im Jahre 1202 gegründet. Der Name "Beauport" (schöner Hafen) kennzeichnet die außergewöhnliche Lage direkt am Meer. Die Abtei war denn auch ein Zentrum des Seehandels, aber beispielsweise auch ein Ausgangspunkt für die Pilgerschaft nach Santiago de Compostela. In den folgenden Jahrhunderten immer weiter ausgebaut, wurde sie im Jahre 1790 im Zuge der Französischen Revolution geschlossen (→ Geschichte der Bretagne), diente danach der Salpetergewinnung und unterschiedlichen anderen Zwecken und verfiel im Laufe der Zeit. Heute ist sie im Besitz der öffentlichen Einrichtung "Conservatoire du littoral", wird seit 1994 laufend restauriert und ist einer der Höhepunkte hautnaher Vergangenheit in der Bretagne, die perfekte Synthese aus Kultur- und Naturerlebnis.

Bereits von außen ist die Ruine der Abteikirche eine eindrucksvolle Erscheinung. Im Inneren verwandeln Hortensienbüsche das Kirchenschiff in einen romantischen Bretagne-Garten mit alten Gräbern. So hat sich ein ritterliches Ehepaar den "schönen Hafen" der Abteikirche ausgesucht, um hier in Eintracht auf das ewige Leben zu warten. Überall verschmilzt auf dem Abtei-Gelände die Ehrwürdigkeit der Vergangenheit mit der natürlichen, gegenwärtigen Kraft des Lebens, und auch die Patina des gotischen Glanzes verführt den Betrachter. Im Abteigarten, aber auch an anderen Stellen, sind verschiedenste uralte Apfensorten zu sehen - besonders im Herbst ist man hier dem Paradies ganz nah.

Nicht verwunderlich, dass bereits die Romantik im 19. Jahrhundert diesen geheimnisvollen Ort wiederentdeckte und seine Kraft bewusst erlebte. Auch heute nutzen verschiedene kulturelle Veranstaltungen die besondere, einzigartige Atmosphäre der Abtei aus, so auch die "Escales de nuit", eine im Sommer regelmäßig in der Abtei und ihren Gärten stattfindende nächtliche Lichtschau "zwischen Traum und Geschichte". 2014 stellt sich hier sogar tatsächlich das Paradies ein - wenn auch nur als Ausstellung. Zur Webseite der Abtei geht's hier.