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Renaissance

Baustile

Die Renaissance (franz. = Wiedergeburt, ca. 1400 - 1600) bedeutet die Rückbesinnung auf die klassische Kultur des Altertums. Ihre grundlegenden Einflüssen auf die Gesellschaft stellen das Ende des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit dar. Die Renaissance überwand mit ihrer "heidnischen" antiken Geisteshaltung das theozentrische (Gott in den Mittelpunkt stellende) Weltbild des Mittelalters, indem sie den Menschen in den Mittelpunkt ihres Weltbildes stellte. War beispielsweise das Leben des Menschen im Ständewesen des Mittelalters bereits durch die Geburt vorgezeichnet, betonte der Humanismus der Renaissance die Entwicklung des Menschen zu individueller Freiheit. Im Mittelpunkt standen die Lebensfreude, der Genuss des Diesseits mit allen Sinnen und nicht die mittelalterlich-kirchliche Verbesserung der Existenzqualität im Jenseits. Diese neue, auf antiken Vorbildern aufbauende Lebenseinstellung fand in den Künsten der Malerei, Bildhauerei und Architektur besonders eindrückliche Gestaltungsmöglichkeiten.

In der Architektur entwickeln sich dabei zwei Tendenzen: Einerseits orientiert sich die Formensprache in voller Strenge an der Antike, andererseits werden antike Bauelemente "imitatorisch-nachahmend" mit anderen Stilelementen vermischt und mit der gotischen Tradition verknüpft. "Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man entlehnt Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt der (Griechischen) Antike. Daneben kommt es zu eigenen, von antiken Vorbildern abgeleiteten Entwicklungen, etwa der toskanischen Säule. Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebäude in Übereinstimmung zu stehen. Man studiert die Architektur-Traktate des römischen Baumeisters Vitruv, um daraus Anhaltspunkte für idealschöne Proportionen zu gewinnen" (Wikipedia, Renaissance, 30.08.2007).

Die Renaissance-Architektur breitete sich von Italien (Frührenaissance 1420 - 1500, Hochrenaissance 1500 - 1525) aus zeitversetzt und mit unterschiedlichen Ausprägungen in Europa aus (Frankreich: Frührenaissance 1490 - 1540, Hochrenaissance 1540 - 1590, die italinische Renaissance wird in Frankreich erst mit 100jähriger Verspätung heimisch). In der Bretagne wurde beispielsweise das wohl in dieser Region schönste Renaissance-Schloss Château der Kerjean von 1553 bis 1618 erbaut (vgl. Burgen und Schlösser der Bretagne). Aber auch an vielen anderen Orten der Bretagne findet man Zeugen der Renaissance, denn diese Epoche ging einher mit einer durch florierenden Handel bedingten Wohlstands-Phase in der Bretagne. Kirchen und Kapellen entstanden oder wurden durch Renaissance-Elemente erweitert, Manoirs (Herrenhäuser des Adels, in der Regel bereits am in der Nähe stehenden Taubenturm zu erkennen, vgl. z.B. an der Bretagne-Nordküste Manoir Kermerzit), aber auch ansehnliche Stadt- und Bauernhäuser (diese häufig mit einem Treppenturm mit Wendeltreppe) stammen aus dieser Zeit (vgl. z.B. Roscoff), und nicht selten dienten die Gestaltungselemente von Château der Kerjean (s.o.) als Vorbild.