Bretagne-Tipp

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Getränke-Spezialitäten in der Bretagne

Essen, Trinken, Spezialitäten

Breizh, so heißt die Bretagne auf Bretonisch, und an den Hecks von Kraftfahrzeugen ist häufig das fröhliche Logo À l´Aise Breizh zu finden. Überhaupt fällt im Bretagne-Urlaub nicht nur auf Festen auf, dass die Bretonen sich ihrer eigenen Herkunft und Kultur sehr bewusst sind und diese konsequent pflegen. Dazu gehören bretonische Musik und Tanz und vor allem die aus dem Keltischen stammende bretonische Sprache. Und somit mag es weniger stark verwundern, dass es in der Bretagne ein solch "unbretonisches" Getränk mit dem Namen "Breizh Cola" gibt. Und schaut man auf die Webseite dieser Kuriosität mit kommerziellem Erfolg, so ist dort auch von "kultureller Vielfalt" und "Rettung der Regional -Sprachen" die Rede. Im April 2002 auf den Markt gebracht, wurden im gleichen Jahr laut eigenen Aussagen 500000 Flaschen verkauft.

Eine Flasche, mit welcher man möglicherweise zunächst nichts anfangen kann, wenn man sie in den Supermarkt-Regalen entdeckt, ist der "Hydromel", auf bretonisch "Chouchen". Dieser Honigwein, bei den Germanen als "Met" bekannt, ist keltischen Ursprungs, war nach vielfältigen Aussagen damals das Getränk der Druiden und wird bis heute unverändert hergestellt. Er schmeckt sehr süß und hat einen ihm eigenen Honig-Geschmack.

Demgegenüber kann man beim Cidre zwischen einer süßen ("doux") und einer herben Variante ("brut") wählen. Dieses kohlensäurehaltige Apfelsaft-Getränk mit ungefähr dem Alkoholgehalt eines Bieres wird von vielen Bauern aus verschiedenen und teilweise sehr alten Apfelsorten hergestellt. Die Äpfel werden mit Stroh vermengt, was zu dieser Jahreszeit sowieso vorhanden ist, und in eigens dafür bestimmten großen Pressen wird der Apfelsaft gewonnen. Dieser braucht nur noch in Fässern zu vergären, und fertig ist der erfrischende Cidre, den man dann z. B. in Crêperien aus Tassen trinkt (siehe Abbildung bei Fisch- und Meeresfrüchte).

Und wenn man dann erst einmal ein alkoholhaltiges Obstgetränk hat, so ist der Schritt zum Brennen nicht weit. Leider haben nur noch wenige lebende alte Bauern das damals wohl jedem zustehende, aber irgendwann vom Staat nicht mehr zugesprochene Recht, den Apfelschnaps "Calvados" selbst zu brennen. Da dieser Begriff rechtlich dem gleichnamigen Département in der Normandie zufällt, wird man allerdings in den Getränke-Regalen vergeblich nach einem bretonischen Calvados suchen.

Aber deshalb muss man nicht verzweifeln.


Es gibt auch heute noch bretonischen Apfel-Branntwein, dieses "Lebenswasser" heißt aber "Eau de vie de cidre".

Nur mit dem Wein tut sich die Bretagne schwer. Wenn man nicht ihre aktuellen poltischen, sondern ihre kulturellen Grenzen zugrunde legt (vgl. Lage der Bretagne), hat man mit dem Muscadet-Sèvre-et-Maine und dem Gros Plant du Pays Nantais zumindest zwei ideale trockene Weißweine als Begleiter von Fisch und Meeresfrüchten. Sie werden in der Umgebung des unteren Loiretal im Weinbaugebiet von Nantes angebaut. Bei Rotwein muss die Bretagne aber passen, und man wird keinen strafenden Blick ernten, wenn man sich dem reichhaltigen Angebot an vorzüglichen französischen Weinen anderer Regionen zuwendet.

Wer glaubt, Whisky wird in Schottland oder Irland und dann auch noch in den USA hergestellt, irrt sich! Wie bei der Cola zeigt der Bretone, dass er solch ein Getränk auch selbst herstellen kann, und diesmal nicht einer amerikanischen Geschmacksrichtung folgend, sondern eher den Wurzeln seines keltischen Ursprungs. Dies würde auch erklären, warum ein Whisky in dieser Geschmacksrichtung bei den bretonischen Bauern als Aperitif so beliebt ist.

Dieser "Whisky Breton" wird von der Brennerei WarengheM in Lannion destilliert und ist seit 1999 auch als "Single malt whisky" erhältlich. Und wenn man in der Bretagne Durst auf ein frisches Bier hat, so kann man auch dort auf eine heimische Sorte zurückgreifen, beispielsweise auf ein "Coreff" aus Morlaix oder ein "Dremmwel".


Yec'hed mad!