Bretagne-Tipp

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Die Jakobsmuschel, Königin der Bretagne

Essen, Trinken, Spezialitäten

Ende Oktober ist es immer so weit: Bis Ende März wird die Jakobsmuschel, die "Königin der Bucht von Saint Brieuc, der natürliche Schatz der Bretagne", von den Fischern an Land gebracht. Dabei ist - um die Preise stabil zu halten - die Fangquote dieser Muscheln trotz ausreichender und gesunder Bestände äußerst begrenzt: Nur zweimal pro Woche und nur 45 Minuten lang (!) darf jedes lizenzierte Fischerboot die edlen Jakobsmuscheln vom Meeresboden schürfen - bei einem Mindestdurchmesser um die 10 cm, was aber jedes Jahr neu und millimetergenau festgelegt wird. Mit einem Boot und einem Flugzeug wird die ganze Sache überwacht. So begann beispielsweise die Saison 2003 am 27. Oktober um 7:45 Uhr. Um 8:30 Uhr war der erste Fangtag bereits beendet, die Fischer brachten mit 150 Booten 96 Tonnen der begehrten Muscheln an Land. An der Nordküste der Bretagne wird die Coquille Saint-Jaques (Jakobsmuschel) auch noch in der Bucht von Brest gesammelt. Die "Ernte" des Jahres 2002 betrug dort 345 Tonnen Muscheln (Quelle: Le Télégramme, 28 Octobre 2003).

Aber auch Privatpersonen, also auch Reisende, die ihren Bretagne-Urlaub in dieser Zeit verbringen, dürfen die Jakobsmuscheln zu denselben Konditionen wie die Profis dem Meer "entreißen", sei es als Muschel-Sammler bei Ebbe, sei es als Taucher (dann aber nur ohne Atemgerät). Auf 30 Exemplare pro Person und Termin ist die Beute in der Bucht von Saint Brieuc begrenzt. Wem es da leichter erscheint: Natürlich kann man in der Bretagne auf Märkten und in Geschäften neben vielen anderen Muscheln und Meeresfrüchten die Coquilles Saint-Jacques auch fangfrisch kaufen und im Bretagne Ferienhaus nach dem unten genannten Rezept fachkundig zubereiten. Die Menge der Zutaten ist extrem gering, zumal Salz, Pfeffer, Knoblauch, eine frische Baguette und ein ebensolcher trockener Weißwein zur Standardausrüstung im Ferienhaus-Urlaub gehören dürften.

Gegessen wird nur der dicke, weiße Muskelstumpf der Muschel ("Noix de Saint Jacques") und - wenn vorhanden - der daran hängende orangefarbene "Corail". Einfach in Butter mit Petersilie und Knoblauch gebraten ist die Jakobsmuschel ein wahrer kulinarischer Bretagne-Genuss. Für eine kleine Vorspeise reichen durchaus zwei bis drei Stück pro Person, ein Muscadet und "natürlisch" eine Baguette. Auch einfach zuzubereiten sind mit Olivenöl und Zitrone marinierte Jahobsmuscheln. Dieses Rezept, das den Geschmack der Jakobsmuscheln ausgezeichnet bewahrt, wird weiter unten beschrieben. Wer es ein wenig ausgefallener liebt, kann in Bretagne-Kochbüchern für Fisch und Meeresfrüchte auf ein riesiges Rezeptangebot zurückgreifen. Die Jakobsmuschel ist bei Feinschmeckern eben sehr beliebt - ob in der Bretagne oder dem Rest der Welt. Die beeindruckende Schale der Jakobsmuschel hat übrigens nicht nur Shell inspiriert. Diese Muscheln wurden bereits im Mittelalter den Pilgern, die das Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela besuchten, als Wallfahrts-Souvenier verkauft.

Jakobsmuscheln "Noix de St-Jacques" mit Olivenöl und geriebener Zitronenschale

Zutaten:

Jakobsmuscheln mit oder ohne Corail (pro Person ca. 3-5 Stück), Olivenöl, Zitronensaft und geriebene Zitronenschale, Salz unf Pfeffer

Wie man sieht, ist dieses Rezept ganz ohne Knoblauch und Petersilie!

Zubereitung:

Marinieren Sie zunächst die Jakobsmuscheln. Geben Sie dazu etwas Olivenöl und Zitronensaft in ein Gefäß, wenden Sie die Muscheln darin, bestreuen Sie diese mit der geriebenen Zitronenschale. Lassen Sie die Marinade ca. 1-2 Stunden einwirken und wenden Sie die Jakobsmuscheln gelegentlich.

Geben Sie etwas Olivenöl in eine Pfanne und braten Sie die abgetropften und getrockneten Jakobsmuscheln scharf an, bis sie leicht gebräunt sind. Geben Sie die Marinade dazu und kochen Sie diese bei geringerer Hitze ein. Am Ende nach Belieben salzen und pfeffern. Der ganze Vorgang sollte nicht länger als 3-5 Minuten dauern. Zutaten könnten ein ausgesuchtes Gemüse, Salat und "natürlisch" wieder eine Baguette und ein wohlgekühlter Muscadet sein.