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José Bové

Aufgrund seiner geschickten Provokationen wurde Bové zum Medienstar der ökologischen und linken Protestbewegung, eines seiner Bücher wurde zum Bestseller. Bové wird nicht zuletzt auch wegen seines Aussehens mit dem Comic-Helden Asterix verglichen, der ebenfalls auf originelle Weise den Widerstandsgeist der „unbeugsamen Gallier“ verkörpert. Der Bezug zu den bretonischen Bauern ist hergestellt!!!

José Bové 2007
José Bové 2007 (Quelle: Wikimedia commons)

Große Popularität erlangte José Bové 1999 durch die sog. „McDonald’s-Affäre". Hintergrund dieser Affäre war die Zerstörung eines McDonald’s-Restaurants durch protestierende Bauern in Millau. Der Protest richtete sich gegen Strafzölle auf französische Produkte wie Roquefortkäse, die die USA als „Vergeltungsmaßnahme“ einführte, als die Europäische Union sich ihrerseits zuvor den Import von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln aus den USA verweigert hatte. Bové wurde als Anstifter dieser Aktion im Jahr 2000 zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Zur Affäre weitete sich dieses als Provinzposse begonnene Ereignis deshalb aus, weil der Handelskonflikt zwischen Frankreich und den USA weiter bestand und die amerikanische Politik sowohl die Zerstörung der McDonald’s-Filiale als auch die ihrer Meinung nach zu geringe Strafe für Bové als „Antiamerikanismus“ interpretierte. Frankreich verbat sich nun seinerseits jegliche Einmischung der USA in seine inneren Angelegenheiten. Durch dieses Ereignis stieg die Bekanntheit Bovés stark an. So wurden sein Haftantritt und seine Haftentlassung diesmal zum Medienereignis, obwohl er wegen ähnlicher Aktionen bereits mehrfach vorbestraft war. Bové hatte nunmehr die Möglichkeit, seinen Protest gegen die „Malbouffe“ (frei übersetzt „Drecksfraß“) einer bisher nicht so stark interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wegen des Verwüstens von Genmais-Plantagen wurde José Bové in zwei Fällen 2005 und 2006 verurteilt. 2007 kandidierte er für das Amt des Staatspräsidenten und erreichte im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl 1,3 % der abgegebenen gültigen Stimmen. 2009 wurde Bové als Spitzenkandidat des Bündnisses Europe Écologie in Südwestfrankreich in das Europäische Parlament gewählt. Er ist dort stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Als Abgeordneter hat er sich dort der Grünen-Fraktion angeschlossen (Quelle: Wikipedia).

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