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Wenn Grünalgen verfaulen

Früher in der Bretagne eher nur als Plage angesehen, sind die Grünalgen 2009 und 2011 massiv in die Schlagzeilen der Medien geraten. Zwar sind diese Algen völlig ungiftig und wegen ihres Reichtums an Vitaminen, Magnesium und Kalzium als Nahrungsmittel sehr geschätzt (→ Bretagne Algen Nutzung). Wenn sie aber in großen Mengen an Land verfaulen, können sie eine Gefahr darstellen.

Bretagne Algen: Meeressalat und andere an der Bretagne-Küste vorkommende Algenarten
Bretagne Algen: Grünalgen (Meeressalat) und andere an der Bretagne-Küste vorkommende Algenarten.

Wenn ein organisches Material von der Luft abgeschlossen wird, so verfault es - die Biogasgewinnung nutzt solche natürlichen Prozesse technisch. Bei dieser organischen Zersetzung entsteht ein Gasgemisch, das neben vielen anderen Substanzen auch den giftigen Schwefelwasserstoff enthält, erkennbar an dem typischen Geruch nach faulen Eiern. Schwefelwasserstoff ist in geringerer Konzentration unmittelbar wahrzunehmen, betäubt aber ab einer gewissen Konzentration den Geruchssinn. Und bei einer sehr hohen Konzentration kann eingeatmeter Schwefelwasserstoff im Extremfall sogar tödlich sein. Da Schwefelwasserstoff schwerer als Luft ist, bleibt er eher in Bodennähe.

Werden Grünalgen in dicken Ablagerungen an Land geschwemmt, so verwandeln sich diese besonders zarten und weichen Algen (anders als andere Algenarten) schnell in eine matschige, faulende Masse. Und länger am Ufer liegende Ansammlungen von Grünalgen bleiben nicht grün, sondern trocknen an der Oberfläche. Sie sind dann von einer zwar dünnen, aber festen grauen Algenschicht überzogen. Unter dieser festen Hülle gärt der Algenmatsch weiter, und die dabei erzeugten Gase können nicht entweichen. Tritt man auf solch einen Teppich, so durchbricht man mühelos die trockene Oberfläche, und das entstehende Loch gibt die angesammelten Gase frei. Und wo Bäche ins Meer münden, können sich unter einer dünneren Grünalgen-Schicht durchaus noch dickere Ablagerungsschichten aus mit Sand gemischten, gärenden Algen befinden. Wenn Sie Ansammlungen von grünen Algen in größerer Menge entdecken, so sollten Sie diese ebenso wie von Grünalgen umgebene Bach- und Schmutzwasserzuläufe meiden.

Aber keine Panik!!! Grünalgen kommen überall auf der Welt vor, nicht nur in der Bretagne, und sind völlig ungefährlich. Frisch geerntet können Sie sie sogar essen (→ Bretagne Algen Küche). Es geht von ihnen keinerlei Gefahr aus, wenn Sie ihnen im Wasser begegnen oder wenn Grünalgen frisch an den Strand geschwemmt werden. Auch ältere, dünne Grünalgenschichten, die an Land in der Sonne durchgehend trocknen, sind völlig ungefährlich, ebenso wie die anderen Algenarten, die nicht solch eine luftabgeschlossene, matschige Salatmasse bilden können. Und ist die faulende Menge gering, so sind die Grünalgen höchstens lästig, wenn man sie riecht oder durch ihren Matsch hindurchwatet.

Und die Bretagne selbst brauchen Sie wegen der Grünalgen überhaupt nicht zu meiden. Ein Risiko, als Bretagne-Urlauber durch die Grünalgen gefährdet zu werden, ist praktisch nicht gegeben. Die Gemeinden halten ihre Strände zuverlässig sauber (→ Algenplage Bretagne). Wenn es an felsigen und steinigen Küstenabschnitten größere Ansammlungen von abgestorbenen Grünalgen geben sollte, so sind diese gut zu erkennen. Es reicht aus, diese Ansammlungen zu meiden.

Außerdem gibt es als Alternative in der Bretagne hunderte von Küstenabschnitten und Stränden, die frei von Grünalgen sind oder wo die Grünalgen in einem völlig normalen Ausmaß auftreten. Ganz los wird niemand diese Algen, sie sind überall auf der Welt anzutreffen, auch in den Binnengewässern Deutschlands oder an der Nordsee.