Bretagne-Tipp

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Der heilige Ibis an der Bretagne-Küste

Im Sommer 2008 wurde (mindestens) ein Paar an den Ufern der Bretagne-Küste nördlich von Lannion gesichtet, und damit scheint es sich abzuzeichnen: Auch der heilige Ibis verfällt den Reizen der Bretagne, wenn er denn dabei hauptsächlich einen kulinarischen Schwerpunkt setzt. Und so wird man als Wanderer mit etwas Glück an der Nordküste der Bretagne Vögel beobachten, die sonst eher an den Ufern des Nils zu vermuten sind, wo es im alten Ägypten sogar einen Gott mit Ibis-Kopf gab.

Neurdings auch an der Bretagne-Nordküste anzutreffen: der heilige Ibis.
Der heilige Ibis (Foto: Wikimedia commons)

Das Land der Menhire, Kelten, Mythen und Legenden mag sicherlich eine adäquate Umgebung für solch eine mystische, eigentlich südlich der Sahara heimische Vogelart sein. Ihr Auftauchen in diesen nördlichen Breiten ist aber gar nicht so außergewöhnlich. Auch in den Niederlanden und Belgien werden die Krummschnäbel beobachtet. Der wichtigste Ausgangspunkt für die europäische Verbreitung des heiligen Ibis ist sogar die Bretagne selbst: In den 70er-Jahren konnten einige Exemplare aus dem Tierpark von Branféré in der Südbretagne entwischen und im Golf von Morbihan nisten. Inzwischen werden in den Feuchtgebieten der Atlantikküste Frankreichs zwischen dem Finistère und der Gironde 7000 Exemplare gezählt (im Jahre 2007), und eine andere Population gedeiht in der Camargue an der Mittelmeerküste Frankreichs.

Die Freude über dieses Phänomen ist aber begrenzt, da die heiligen, und trotzdem auch Eier und Küken verspeisenden Vögel bei starker Verbreitung eine Bedrohung für andere Vogelarten darstellen. So gab es in Frankreich bereits Aktionen zu ihrer Dezimierung. Zu hoffen bleibt, dass sich solche Maßnahmen an der Nordküste der Bretagne nicht als notwendig erweisen werden. Hier sieht man diese außergewöhnlichen Tiere zunächst einmal als eine zusätzliche Bereicherung der vielfältigen Natur und Umwelt der Bretagne an.

Quelle: (u.a) le trégor vom 24.07.2008