Bretagne-Tipp

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Kelten und Heilige in der Bretagne

Bretonische Musik, bretonische Sprache, keltische Sagen und Mythologien, keltische Läden mit keltischem Schmuck und keltischen Waffen, Abbildungen und Figuren von mystischen Wesen und die allgegenwärtigen, durch das Triskel angeführten keltischen Symbole, gar vielfältig sind im Bretagne-Urlaub die Berührungspunkte zu diesem sagenhaften, geheimnisvollen Volk im Spannungsfeld zwischen romantisch-mystischer Verklärung und belegbaren Wurzeln. Aber wer waren diese Kelten, die die bretonische Kultur so nachhaltig prägten?

Ab der Eisenzeit lebten keltische Stämme in der Bretagne und gaben dem Land den Namen Armorika (→ Bretagne Geschichte Kelten). In ihrer Gesellschaft genossen die Druiden eine große Verehrung. Sie waren Priester und Magier, aber auch Lehrer und Richter, und hüteten das medizinische Wissen ihres Volkes. Die Kelten waren ein sehr religiöses Volk, beherrscht von Göttern, die die Natur und das Schicksal der Menschen in jeder Einzelheit bestimmten und günstig gestimmt werden mussten - auch durch Menschenopfer. Götter konnten in Tiergestalt auftreten, Tiere magische Kräfte besitzen, und Geister wohnten überall, in alten Bäumen, in Felsen, Flüssen oder Sümpfen. An heiligen Stätten waren die Kelten ihren Göttern besonders nahe, in tief in den Wäldern gelegenen heiligen Hainen, aber auch an bizarren Felsen, markanten alten Bäumen oder an Flüssen und Quellen. Letztere waren von einer besonderen Heiligkeit, und man konnte sich Heilkräfte oder andere günstige Eigenschaften des Quellwassers nutzbar machen. Heute noch werden viele heilige Quellen der Bretagne mit besonderen, nun in christlichem Kontext stehenden Fähigkeiten in Zusammenhang gebracht, heilende Wirkungen, die ein zeitgenössischer Künstler sogar für seine "bretonische Hausapotheke" nutzt.

56 v. Chr. unterwarf Julius Cäsar die Armorikanische Halbinsel. In den folgenden Jahrhunderten prägte die römische Kultur die Bretagne, bis vom 5. Jh. n. Chr. an erneut Kelten aus Britannien über den Ärmelkanal in die Bretagne kamen. Diese waren christianisiert und flohen vor den Germanen-Stämmen der Angeln und Sachsen (→ Geschichte Bretagne Kelten). Sie nannten ihre neue Heimat "kleines Britannien", woraus dann der Name "Bretagne" wurde; auf Englisch heißt die Bretagne heute noch "Brittany". Die Neuankömmlinge verbreiteten ihre keltische Sprache und das Christentum in der Bretagne. Sieben Bistümer entstanden, jeweils mit einem Führer der Wanderbewegung als Bischof besetzt, und die umfriedeten Pfarrbezirke der Bretagne wurden zu Zentren des Gemeinschaftslebens.

Die Bretonen verehren die Anführer der Einwanderer als Heilige. Auch heute noch führt die bretonische Wallfahrt Tro Breizh (Breizh: bretonischer Name der Bretagne) durch die Bretagne zu den Gräbern der sieben Gründungsheiligen in den bretonischen Bischofsstädten. Und nahezu jede Gemeinde hat ihren eigenen Heiligen, worunter sich viele der damals eingewanderten, durch ihre charismatische Persönlichkeit beeindruckende Mönche und Eremiten befinden. 7777 Heilige sollen in der Bretagne verehrt werden, auch wenn der Papst die wenigsten anerkennt. Mehr als 1000 von ihnen werden sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte im Tal der Heiligen versammeln.

Bretagne - Pardon
Pardon im kleinen Dorf Tréduder - Bretonische Musik inklusive

Den Heiligen begegnet der Bretagne-Reisende auf Schritt und Tritt. Die vielen Prozessionen zu Ehren der Heiligen (frz. "Pardon", da damit die Bitte um Vergebung der Sünden verbunden ist) lassen sich kaum auf 52 Sonntage im Jahr verteilen. Vielleicht haben Sie auch in Ihrem Urlaub, den Sie möglichweise in einem Bretagne Ferienhaus meines kleinen Katalogs verbingen, die Gelegenheit, die an solchen Festtagen angelegten bretonischen Trachten zu bewundern. Insbesondere am 15. August (Mariä Himmelfahrt) gibt es überall in der Bretagne Pardons und Folklore-Feste, z.B. den prächtigen Pardon von Notre-Dame de la Clarté in Perros-Guirec an der Nordküste der Bretagne. Heiratswillige finden im Nachbarort Ploumanac´h eine ungeahnte Unterstützung durch Saint-Guirec, wenn sie denn bereit sind, eine Kleinigkeit dafür zu tun. Während der Ehe können dann Ehemänner im Falle eines Verdachts das erweiterte Leistungsspektrum des Saint-Efflam nutzen. Sogar Bestohlenen bietet dieser Heilige einen Service an. Der größte Heilige der Bretagne St-Yves ist jedoch kein keltischer Einwanderer, sondern wurde Jahrhunderte später (1253) in Tréguier geboren. Er ist der Schutzheilige der Richter und Rechtsanwälte, die auch heute noch im Mai in der Bretagne zahlreich um die Vergebung ihrer Sünden bitten. Das Grabmal des St-Yves befindet sich in der Kathedrale von Tréguier.

In Locronan findet alle 6 Jahre sogar eine Prozession statt, deren rituelle Stationen mit denen der Ur-Kelten im 5. Jh. v.Chr. in Zusammenhang gebracht werden. Es wäre aber verfehlt, den keltischen Einfluss in der heutigen Bretagne auf den christlich-religiösen Aspekt zu reduzieren. Die keltischen Wurzeln als kulturelle Besonderheiten der Bretagne sind bei vielen Gelegenheiten sichtbar ( → Bretagne Kultur).

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