Natur und Umwelt

Mit einer bei Einrechnung aller Buchten 2730 km langen Küste ist die Bretagne die größte Küsten-Region Frankreichs. Die Landschaft der Bretagne wird durch drei Vegetationstypen bestimmt: Die Bocage ("la bocage"), die Heide ("la lande") und die Waldgebiete. 12% der Bretagne sind mit Wald bedeckt. Der Wald von Paimpont und der Wald von Huelgoat sind die beiden größten zusammenhängenden Waldgebiete der Bretagne (siehe auch Könige, Zauberer und Feen). Es gibt in der Bretagne sechs geschützte Landschaftsparks. An der Nordküste der Bretagne von Osten nach Westen sind das: Die Bucht des Mont Saint-Michel, das Cap Fréhel und das Cap d´Erqui sowie die Rosa-Granit-Felsen von Ploumanac´h. Die Pointe du Raz, welche westlich von Douarnenez liegt, war eine der ersten französischen Landschaften, die den Titel "Grand site de France" erhielt.

Einen riesigen Naturpark ("Parc naturel régional d´Armorique" im Finistère, 172.000 ha) und sieben Natur-Reservate zählt die Bretagne, u.a. die Bucht von Saint-Brieuc und die Inselgruppe der Sept-Îles. In der Bretagne wurden 128 geschützte Pflanzenarten gezählt, 78 wild lebende Säugetier-Arten kommen in der Bretagne vor, davon 18 Meeressäugetier-Arten, u.a. Seehunde, Delfine und Wale, und 263 verschiedene Vogel-Arten werden regelmäßig beobachtet. Und auch der heilige Ibis ist in der Bretagne heimisch geworden.

Keine Kommune der Bretagne liegt weiter als 80 km vom Meer entfernt (vgl. Lage der Bretagne). Und mit fast 800 Inseln ist die Bretagne auch noch die inselreichste Region Frankreichs. Dabei entspricht die Wasserqualität der Bade-Gewässer der Bretagne zu 94,8% den Richtlinien (Angaben von 2008, detaillierte Informationen dazu --> Wasserqualität Strände Bretagne). Die Bretagne gehört zu den Regionen Frankreichs mit den geringsten Belastungen durch Luftverschmutzung, und es gibt in der Bretagne nur eine sehr schwache Umweltverschmutzung industriellen Ursprungs. Allerdings ist auch die Bretagne nicht frei von Umweltbelastungen. So gelten die starke Bodendüngung und die Schweinezucht in der intensiv betriebenen Landwirtschaft der Bretagne als verantwortlich für die stellenweise zu hohe Nitratbelastung des Trinkwassers und das an etlichen Küstenabschnitten vermehrte Aufkommen von grünen Algen. Verfaulende Grünalgen setzen neben anderen Gasen Schwefelwasserstoff frei, der in hoher Konzentration für Mensch und Tier sehr gefährlich sein kann. Nachdem Ende Juli 2009 ein Pferd in einem Algenfeld umgekommen ist, beschäftigt das Problem mit den Grünalgen in der Bretagne auch die französische Regierung, wie der Besuch des französischen Premierminister François Fillon in der Bretagne zeigt, und es bleibt zu hoffen, dass dieses Problem nun konsequenter angegangen wird. So tritt momentan die Sorge in den Schatten, dass sich in der Bretagne auch wieder eine fremd verursachte ökologische Katastrophe ereignen könnte, wie sie zuletzt 1999 durch den Öltanker Erika ausgelöst wurde (vgl. Geschichte: die Bretagne heute).

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