Bretagne-Tipp

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Die Bretagne Insel Île de Molène

Bretagne Inseln

Molène ist eine wirklich kleine Insel, gerade mal 1200 m lang und 8oo m breit. Manche der 202 Einwohner zählen noch die Mole dazu und kommen sogar auf einen stolzen Kilometer in der Breite. Die Zuflucht des bretonischen Komponisten und Pianisten Didier Squiban ist wahrlich überschaubar, selbst wenn der Leuchtturm geschlossen ist.

Der Ausflug beginnt um 7 Uhr in Le Conquet, wo die Fähre nach Molène pünktlich zum Sonnenaufgang den Hafen verlässt. Nach 45 Minuten Fahrt durch das "mer d'Iroise", die Iroise-See um Brest, ist das Eiland erreicht und der Wunsch nach einem Frühstück groß. Dass die Fähre uns zusammen mit den Backwaren vom Festland hergebracht hat, ist nicht unbemerkt geblieben. Vorfreude kommt auf. Leider finden wir trotz engagierter Hilfe eines freundlichen Einheimischen zu dieser Zeit kein geöffnetes Café auf der verschlafenen Insel. Und schlimmer noch: Die schönen, appetitlich aussehenden Croissants, die jetzt im Lebensmittelgeschäft zu bewundern sind, gibt es nur auf Vorbestellung. So wären beim nächsten Besuch doch noch ein paar weitere Vorbereitungen zu treffen.

Und was macht man auf Molène nach einem Behelfs-Frühstück? Natürlich eine Inselbesichtigung. Die reiche Pracht der Agapanthen und der liebevoll gehegten Blumenbeete steht in reizvollen Kontrast zur kargen Schönheit der sommerlichen Insel. Ein wunderschöner Küstenweg mit Aussicht auf einige kleinere Nachbarinseln des Archipels führt einmal um die Insel herum, und 13 Sehenswürdigkeiten warten auf ihre Entdeckung.

So ist die Zeit für einen ersten Eindruck von der Insel ausgefüllt, nach gut zwei Stunden erwarten wir im Hafen von Molène wieder die Fähre, die nun einem Strom von mit Rucksäcken, Zelten, Koffern und Badematten bepackten Urlaubern von Le Conquet herbringt und uns zur Insel Ouessant mitnimmt, wo wir den westlichsten Punkt der Bretagne und Frankreichs erreichen werden.

Der Archipel von Molène und die Insel Ouessant
Der Archipel von Molène und die Insel Ouessant, Quelle: Wikipedia.

Übrigens: Die Einwohner von Molène sind seit Ludwig XIV. von bestimmten Steuern befreit. Er begründete seine Entscheidung mit den Worten: "Steuern von Molène oder der Île de Sein fordern zu wollen, die bereits von allen Steuern der Natur heimgesucht sind, das wäre so, als wolle man das Meer, die Unwetter oder die Felsen besteuern". Gut, dass die Bewohner von Molène mit der Solidarität der Touristen rechnen können. Es sollen im Sommer ca. 1000 Besucher pro Tag sein, und insgesamt 50.000 pro Jahr. Und die Molèner können ihre Gäste sogar mit einer ureigenen Spezialität verwöhnen. Nein, kein Frühstück, sondern geräucherte Würstchen. Dafür werden in Ermangelung eines Baumbestandes getrocknete Algen verbrannt.